Zu meiner Installation auf der norwegischen
Insel Helgöa
1. von Stefan Tolksdorf, Badische Zeitung, 29.07.2003
2. von Berthold Sauerwald, Nottuln, 2002
1. ... Buchstäblich
Licht bringen sie in die verborgenen Winkel einer auch in Norwegen vielfach noch verdrängten Kriegsgeschichte, bespiegeln das
Getarnte, gern Übersehene, das sich die Natur allmählich zurückholt. Schild 1-18 nennt Grieger seine Installation an der
Schwelle zur Land-Art. Und er erinnert an die doppelte Bedeutung des Wortes im Deutschen: Das Schild als Rüstung und als Hinweis. Bei
Grieger ist es weder das eine noch das andere, sondern eine Art Rückspiegel in die Zeit. ..."
2. "... An markanten Stellen der
Insel Helgøya sollen 18 Stelen, auf die oben drehbare Metallspiegel montiert sind, im Fels verankert werden. Die 18 Spiegel-Stelen rücken
das versteckte und getarnte Küstenfort der deutschen Besatzer ins Licht und damit ins Bewusstsein. Eine Enttarnung der Vergangenheit
und Gegenwart findet statt. Damit wirkt die Installation der ursprünglichen Absicht des Verbergens und einer möglichen nachträglichen
Tendenz des Verdrängens sichtbar entgegen. Eine heutige direkte Konfrontation mit diesen Aspekten der Geschichte wird so ermöglicht
und damit eine Verdrängung verhindert. Eine solche „Erhellung“ und „Reflexion“ ist der Anfang eines notwendigen und heilsamen
Prozesses, die Grundlage für einen angemessenen Umgang mit den Lasten der Vergangenheit und die Voraussetzung für eine tragfähige
Beziehung von Norwegern und Deutschen in der Zukunft Die Bemühung der Initiatoren Ingrid Juell Moe und Terje Seilskjær, ein solches
Projekt mit einem deutschen Künstler zu konzipieren und zu verwirklichen, und der Umstand, in Jürgen Grieger einen kongenialen
Partner gefunden zu haben, stellt eine einzigartige Form des Brückenschlags zwischen Norwegern und Deutschen dar, die durch die
Installation ihre dauerhafte Präsens erhält und so in die Zukunft hinein wirkt.
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Die Bemühung der Initiatoren Ingrid
Juell Moe und Terje Seilskjær, ein solches Projekt mit einem deutschen Künstler zu konzipieren und zu verwirklichen, und der
Umstand, in Jürgen Grieger einen kongenialen Partner gefunden zu haben, stellt eine einzigartige Form des Brückenschlags zwischen
Norwegern und Deutschen dar, die durch die Installation ihre dauerhafte Präsens erhält und so in die Zukunft hinein wirkt.
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Zu meiner Ausstellung im Haus der Badischen
Zeitung
von Antje Lechleiter 03.07.2003
"... Bei mehreren Wand- und Bodenarbeiten taucht das norwegische
Wort 'Tomt' im Titel auf. Es bedeutet Grundstück oder Bauplatz, meint also einen festgelegten, definierten Raum. In seinen
Stahlarbeiten überzeugt Grieger durch seine treffliche Übersetzung des lautmalerischen Substantivs. ... ."
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